Von den Mühlen, die in früheren Zeiten am Ufer des Tiefen Sees standen, ist heute auf dem sogenannten Papenhorn lediglich eine übriggeblieben.

Seit 1799 als »Zichorien Fabrique« ausgewiesen, wurde hier aus gerösteten Wurzeln der Wegwarte (Chicorée) Ersatzkaffee hergestellt. Diese Windmühle, heute denkmalgeschützt, diente aber nur bis 1813 zum Mahlen des Ersatzkaffees, da dieser schnell wieder aus der Mode kam.

Etwa 1838 wurden die Flügel entfernt. Flügellos geworden erweckte sie das Missfallen von Friedrich Wilhelm IV., der sie 1859 durch den Architekten Ludwig Ferdinand Hesse, einem Schüler Schinkels, aufstocken und mit einem Zinnenkranz verzieren ließ. Etwa zeitgleich wurde der Flatowturm im gegenüberliegenden Park Babelsberg errichtet.

1860 wurde die Mühle vom Fabrikanten Biederman erworben, Inhaber einer auf dem Gelände befindlichen Dachpappenfabrik. Dieser baute im passenden Stil ein Wohnhaus an die Mühle.

1908 übernahm die Gasanstalt, die seit 1856 Potsdam mit Kohlengas versorgte, das Gelände und stellte das Wohnhaus dem Betriebsleiter zur Verfügung.

1909 wurde die Pappenfabrik aufgekauft und abgerissen.

1929 wurde die 1. Etage des Mühlenturms zum Salon ausgebaut und erhielt Erkerfenster mit umlaufendem Balkon - ein schönes Beispiel einer »romantischen« Fabrikantenvilla.

Seit September 2006 können Sie hier italienische Speisen genießen, im Wintergarten mit 120 Plätzen oder in weiteren Etagen mit einem herrlichen Blick auf den Tiefen See und den Park Babelsberg.

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